URSPRUNG/ORIGINS, whiteBOX 2017

 

„Zurück zum Urknall. Das ist etwas, wovon viele Wissenschaftler träumen. Einmal dorthin als Beobachter zurückreisen und dabei zuschauen, wie alles beginnt. Judith Egger macht das mit ihrer Urknallbrille möglich.“
(Jürgen Moises, Süddeutsche Zeitung, 12. Mai 2017)

„Die Installation spricht den Betrachter über eine sehr sinnliche Ebene an, bei der die Schönheit der Materialien und Objekte eine wichtige Rolle spielt. Es scheint, als erzähle die Arbeit „Ursprung/Origins“ eine Geschichte. Doch der Eindruck täuscht. Judith Eggers Installation gibt keine Antworten auf die Frage nach dem Ursprung des Lebens. Vielmehr geht es um Prozesse und Transformationen. Die Antworten muss man sich schon selbst geben.“
(Roland Wenninger, Museum Villa Stuck, München)

URSPRUNG/ORIGINS

eine Versuchsannäherung über die Selbstorganisation der Materie und die Entstehung ersten Lebens auf der Erde

Realisierung des durch den Kunstpreis „zwei zu eins“ 2015 ausgezeichneten Projektvorschlages, whiteBOX, München I 2017
Projektpartner: Prof. Dr. Dieter Braun, Systembiophysiker, LMU, München

The experimental configuration

Reasisation of a project proposal which had been awarded by the art prize
„zwei zu eins“ 2015
whiteBOX, Munich, 2017
with
Prof. Dr. Dieter Braun, Systems Biophysics, LMU Munich

 

 


Die Publikation URSPRUNG/ORIGINS, erschienen 2017, Texte von Roland Wenninger (Museum Villa Stuck, München), Prof. Dieter Braun und Judith Egger, Design: Anja Gerscher, München

Über das Projekt

Die Versuchsannäherung
Diesem Projekt liegt das Gespräch mit dem Biophysiker Prof. Dieter Braun über den Ursprung des Lebens zugrunde. In seinem Labor in der Ludwig-Maximilians-Universität in München ist er auf der der Suche nach neuen Erkenntnissen über die Entstehung des Lebens vor mehr als vier Milliarden Jahren. Der Weg von Einzellern zu immer komplexeren Lebewesen ist uns zwar bekannt, doch welche Prozesse haben die Evolution der ersten Moleküle vorangetrieben? Diesen „springenden Punkt“ will Dieter Braun erforschen. Dabei geht er davon aus, dass erste Erbmoleküle bereits im von Meerwasser umspülten, noch heißen Vulkangestein entstanden sind.
Das Prinzip, das der Entstehung des Lebens zugrunde liegt, fasziniert seit vielen Jahren auch mich.
So wie Dieter Braun und doch ganz anders treibt mich die Frage nach der „Lebenskraft“ um. Der „Élan vital“ beschäftigt mich in meinen Installationen, Zeichnungen und Performances. Als ich eingeladen wurde, einen Projektvorschlag für den erstmals ausgelobten interdisziplinären Kunstpreis „zwei:eins“ einzureichen, kamen mir daher Dieter Braun und seine Forschung in den Sinn.
Die Freude war groß, als er einer Kooperation zustimmte und mein Projektvorschlag „Ursprung/Origins – eine Versuchsannäherung über die Selbstorganisation der Materie und Entstehung des ersten Lebens auf der Erde“ den Zuschlag bekam. Ich hatte lediglich die Zutaten eines neuen Experiments benannt: Ein Biophysiker und eine Künstlerin treten mit ihrem jeweiligen Handwerkszeug in Dialog.

So durfte sich über den Zeitraum von mehr als eineinhalb Jahren zwischen uns eine Art „Feedbackspirale“ bilden: Fotos, Filme, Interviews, Installationen, Zeichnungen und Objekte kamen zum Einsatz und dienten als Kommunikationsmittel.
Das künstlerische Ergebnis dieser Auseinandersetzung habe ich im Mai 2017 in der whiteBOX in München präsentiert und ist auch in der projektbegleitenden Publikation nachzuvollziehen

about the project

The experimental configuration
In his laboratory at the Ludwig Maximilian University in Munich, biophysicist Dieter Braun hunts for new findings about the emergence of life more than four billion years ago. The development from single-cell organisms to ever more complex living beings is of course well known, but what processes were activated by the first molecules? It’s this “jumping off point” that Dieter Braun sets out to research. In doing so, he is assuming that the first DNA developed in the still hot volcanic stone that was already being washed around in sea water. This process was underpinned by a thermodynamic non-equilibrium and Braun believes this is an important factor in the development of the first life forms. His theory is backed up by a series of insightful experiments he has carried out in his laboratory over the last few years. The principle behind the emergence of life has been a source of fascination for many years for me too. Like Dieter Braun and yet very differently, the question of “life force” plays on my mind. The “élan vital” is a focus of my installations, drawings and performances. When I was invited to submit a project proposal as part of the first ever call for proposals for the “zwei:eins” interdisciplinary art prize, Dieter Braun and his research immediately came to mind. I was delighted when he agreed to collaborate and our project proposal “Ursprung/Origins – an attempted approximation of the self-organization of matter and the emergence of the first life on Earth” was accepted. We merely listed the components of a new experiment: “1 biophysicist and 1 artist enter into a dialogue with their relevant hand tools. How and whether this develops, and if so with what results, will become apparent.”
Thus over a period of more than a year and a half a kind of “feedback spiral” was able to form between us: Photos, films, interviews, installations, sketches and objects were all used and served as means of communication.