Einzelausstellungen
kuratiert von Franz Schneider
kuratiert von Benita Meißner
kuratiert von Dr. Ulrich Schäfert
kuratiert von Elisabeth Carr, Ulrike Prusseit, Katja Sebald und Benjamin Tillig
kuratiert von Alix Stadtbäumer
kuratiert von Begoña Martinez Deltell
kuratiert von Begoña Martínez Deltell & Susana Bañuelos
kuratiert von Diana Ebster
kuratiert von Laura Sánchez Serrano
kuratiert von Werner Mally
kuratiert von Ramuntcho Matta
kuratiert von Petra Weigle
kuratiert von Laura Sánchez Serrano
kuratiert von Angelika Bartholl
kuratiert von Makiko Matake
kuratiert von Franz Schneider
kuratiert von Ramuntcho Matta
Performance
kuratiert von Franz Schneider
kuratiert von Aural Galeria
kuratiert von Manos Tsangaris und Michael Ott
Gruppenausstellungen
kuratiert von Sarah Dorkenwald und Karianne Fogelberg
kuratiert von Oliver Westerbarkey
kuratiert von Tommy Schmidt und Monika Kapfer
kuratiert von Martina Taubenberger und Benjamin Jantzen
kuratiert von Galería Aural
kuratiert von Judith Bader
kuratiert von Ergül Cengiz, Daniel J. Schreiber, Anna Wondrak
kuratiert von Benita Meißner
kuratiert von Birthe Blauth und Peter Gregorio
kuratiert von Dr. Cornelia Osswald-Hoffmann
kuratiert von Diana Popova
kuratiert von Katja Windau
kuratiert von Benita Meißner
kuratiert von Ute Heim und Johannes Muggenthaler
Auszeichungen
Presse
Roberta De Righi
Charlotte Borst
Charlotte Borst
Beate Zeller
Beate Zeller
link zum Artikel https://natur-dialog.org/2024/09/30/meine-wurzelhaende-wachsen-tief/
Miguel Cereceda
Jutta Czeguhn
Jutta Czeguhn
Danielle Cruz
Danielle Cruz
link zum Artikel
Erika Wäcker-Babnik
Erika Wäcker-Babnik
Judith Egger: Wildnis, Wald und wir
Die Münchnerin Judith Egger untersucht, ob und wie sich in der Zivilisation Verbindungen des Menschen zum Unkontrollierbaren und Unbestimmbaren aufnehmen lassen.
Die Übereinstimmung von Ort und Ausstellung könnte nicht passender sein: Ein Kunstprojekt, das das Spannungsfeld von »Wildnis und Zivilisation« befragt, wird an der Stelle in München gezeigt, die wie keine andere im Spannungsfeld von »Unort« und »Edelmeile« liegt. Die Unterführung Maximilianstraße–Altstadtring mit dem MaximiliansForum ist ein wahrlich wilder Ort im Großstadtdschungel – ausgerechnet unter der Straße, wo sich die Zivilisation von ihrer dekadentesten Seite zeigt. Noch immer wuchert dort halbtotes Grün auf den ehemals bepflanzten Rolltreppen. In Judith Eggers Installation »Lauschen & Lauern« setzt sich das Unbehagen der unwirtlichen Untergrundpassage in einem befremdlichen Setting fort. Durch die spiegelnden Scheiben der zweigeteilten städtischen Schauräume blickt man in eine kulissenartige Inszenierung: Blattwerk, Rinde und Holzstämme deuten in der düsteren Betonbox einen Wald an. Ein Hochstand aus Brettern suggeriert das Lauern auf eine Reihe skurriler Geschehnisse, die auf improvisierten Videodisplays zu sehen sind: Da stolpert ein strohartiges Wesen durch den winterlichen Wald und tappst schließlich durch die Straßen Münchens, wo es sich im rauchenden Verkehr zurechtzufinden sucht. Ein Wilder in der Zivilisation?
In einem anderen Video, »Transmission Wood«, wandert eine Gestalt – bei allen filmischen Figuren ist es immer die Künstlerin selbst – durch das nächtliche Paris. Ihre Mission ist es, mit den letzten Zeugen der »Wildnis« in der Stadt, den Bäumen, Kontakt aufzunehmen. Dazu hat sie sich ein antennenartiges Gebilde aus Ästen umgeschnallt, mit dem sie die wenigen pflanzlichen Relikte am Straßenrand aufspürt und kontaktiert. In »Transmission Waves« wiederum sitzt die Künstlerin in den Wellen und spürt mit langen Angeln, die tentakelartig aus ihrem Kopf wachsen und an denen Mikrofone hängen, den Tönen des Meeres nach.
Der Lauschangriff auf die Stimmen der »Wildnis« – das Knistern der Bäume und das Rauschen der Wellen – werden in die Passage übertragen und mischen sich mit den Tönen der Zivilisation: dem dumpfen Verkehrslärm, der von der Kreuzung in die Unterführung dringt. Für die Botschaft, die sie mit den ziemlich schräg anmutenden performativen Aktionen transportieren möchte, greift Judith Egger (*1973) wissenschaftliche und philosophische Überlegungen zum Verhältnis von Natur und Kultur, von »Wildnis und Zivilisation« auf. Schon lange beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Ergründen unerforschter naturhafter Phänomene. Aus einer Familie von Wissenschaftlern stammend liegt ihr das Prozesshafte und Experimentelle wie auch das Zusammenspiel von Wissenschaft und Kunst.
So befasste sie sich für ihr aktuelles Projekt mit den Theorien des Philosophen Andreas Weber, bei dem sie »die ideelle Trennung von Mensch und Umwelt, Kultur und Natur als Keim einer tiefgreifenden Entfremdung« formuliert findet. Webers Essay »Indigenialität« wurde im Rahmen der Ausstellung präsentiert und diskutiert. »Indigenialiät heißt, sich als aktiven Teil eines sinnvollen Ganzen zu verstehen und so zu handeln, dass die eigene Lebensqualität die des Ganzen steigert«, so Weber. Haben wir uns nicht schon längst von der Natur entfremdet? Wie viel Wildes ist in uns noch vorhanden? Ist uns bewusst, welche Anteile des Instinkthaften, Unergründlichen durch die Zivilisierung in uns verloren gegangen ist? Wie finden wir zu einer lebendigen, gesamtheitlichen Wahrnehmung des Existentiellen zurück? Mit ihrem Projekt »Lauschen & Lauern« schickt Judith Egger sich und die Ausstellungsbesucher auf die Pirsch. ||
Jutta Czeguhn
Jutta Czeguhn
Tobias Stosiek
Tobias Stosiek
Radiobeitrag
Natalie de Ligt
Natalie de Ligt
Interview von Olympia Contopidis und Joshua Groß (Iinstitut für moderne Kunst Nürnberg) mit Jenny Schäfer (Künstlerin) und Judith Egger
Interview von Olympia Contopidis und Joshua Groß (Iinstitut für moderne Kunst Nürnberg) mit Jenny Schäfer (Künstlerin) und Judith Egger
Artikel von Cécile Olshausen
Artikel von Cécile Olshausen
Haarige Angelegenheit: Künstlerinnen bauen ein klingendes Urviech
Das Etwas «Hundun» entspringt der chinesischen Mythologie. Die Künstlerinnen Neele Hülcker und Judith Egger haben es an der Münchener Biennale für neues Musiktheater zum Leben erweckt. «Hundun» ist halb Skulptur, halb Instrument – und vor allem verstörend. Hundun heisst das Viech. Es ist struppig, borstig, schwabbelig – und es klingt!
Sechs Meter lang, 2,5 Meter breit und drei Meter hoch. So schwebt es über dem Boden, ohne Kopf und ohne Schwanz, ein amorphes Wesen, das Töne von sich gibt, eben: Hundun.
Eine klingende Installation
Hundun lebt vorübergehend in der Muffathalle in München. Die Muffathalle ist ein ehemaliges Kraftwerk, heute Kulturzentrum mit Biergarten am Ufer der Isar.
Die bildende Künstlerin Judith Egger und die Komponistin Neele Hülcker haben das Ding hier zum Leben erweckt, als klingende Installation während der Münchener Biennale für neues Musiktheater (28.5. – 9.6.2016). Die Idee: Ein Kunstwerk zu schaffen, das sowohl visuell als auch musikalisch überzeugt.
Strohhalmen, Bürstenborsten, Styropor
Während der halbstündigen Performance ist es im Saal dunkel, nur Hundun ist beleuchtet. Neele Hülcker und Judith Egger umrunden ihre Kreation. Wie Höhlenforscherinnen sehen sie aus: Auf dem Kopf ein Helm, daran befestigt eine Stirnlampe, aber auch eine Videokamera und Mikrophone. Ihre Körper sind von oben bis unten verkabelt. Die Kamera nimmt von extrem nahe die Oberfläche von Hundun auf und überträgt die Bilder auf Videobildschirme, die im Raum verteilt sind.
Wie unterm Mikroskop vergrössert sieht man Hunduns Haut: Sie besteht aus Strohhalmen, Bürstenborsten, Verpackungschips aus Styropor, Plastiklöffeln und vielem mehr – Verbrauchsgegenstände aus unserem Alltag, die mit Geigenbogen, Fingern, Holzstäben und anderen Utensilien zum Klingen gebracht werden. Diese Töne wiederum werden mit den Mikrofonen aufgenommen. Das Publikum spaziert um das Megaviech herum und hört die Hundun-Klänge über Kopfhörer – ganz nahe, im eigenen Kopf. Eine intime Begegnung mit Hundun.
Der chinesischen Mythologie entsprungen
Hundun war nicht von Anfang an Hundun. Seinen Namen bekam er erst im Verlauf des künstlerischen Prozesses. Zuerst war da einfach nur eine hängende Form. Je länger Judith Egger an ihr arbeitete, umso stärker kam Hundun hervor. Hundun entstammt der chinesischen Mythologie. Er ist ein gütiger Herrscher und steht für die Materie vor dem Beginn der Welt, also für die weder durch Zeit noch durch Raum definierte Materie: eine amorphe Masse, ohne eine einzige Körperöffnung. Und Hundun ist der Sage nach ein ausgesprochen beliebter Gastgeber. Als Dank für seine Gastfreundschaft, bietet man ihm eines Tages an, ihm an sieben Tagen sieben Löcher in seinen Körper zu bohren. Hundun ist hocherfreut und nimmt das Geschenk an. Doch am siebten Tag beim siebten Loch stirbt er.
Urviech
Eine verstörende Geschichte. Neele Hülcker und Judith Egger erzählen sie nicht nach, sie ist aber im Hintergrund immer präsent. Mit hochtechnologischen Mitteln schaffen die beiden Künstlerinnen Hundun eine musiktheatralische Szene. Lassen ihm dabei aber seine archaische Urkraft und geheimnisvolle Ausstrahlung, ein Spiel zwischen Hightech und Märchen. Die Begegnung mit Hundun führt unseren modernen Alltag mit unserer Fantasiewelt auf raffinierte Weise zusammen.
Martin Bürkl
Reinhard J. Brembeck
Ein Resümée der Münchner Biennale für Musiktheater
Reinhard J. Brembeck
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Egbert Tholl
Markus Thiel
Markus Thiel
Interview von Jutta Czeguhn
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Viktoria Grossmann