Erstes Manifest der United Holobiontic Protection Alliance (UHPA)
2025
mit Oliver Westerbarkey und Rasso Rottenfußer





Erstes Manifest der Graswurzelbewegung United Holobiontic Protection Alliance (UHPA) am 29.5. auf dem Kapferhof bei München und im Botanischen Garten München.
* Holobiont ist ein Konzept aus der Biologie, das sich auf eine Gemeinschaft von Organismen bezieht, die in einer Symbiose miteinander leben und als eine einzige funktionelle Einheit betrachtet werden, als eine Art Ökosystem. Die Eigenschaften eines Holobionten sind instabil; es gibt jedoch eine unaufhörliche Aushandlung, eine Art transformativen Dialog zwischen allen darin verbundenen Organismen. Der Mensch selbst ist ein klassisches Beispiel eines Holobionten. Er ist nicht nur ein Organismus, sondern auch ein Ökosystem von Mikroorganismen, wie Bakterien, Viren und Pilzen, die in und auf seinem Körper leben. Auch Tiere, Pflanzen, ja sogar die Erde ist ein einziger großer Holobiont in dem der Mensch nur eine bescheidene Rolle spielt.
Wir Menschen sind keine isolierten Punkte, sondern Knoten in einem weltumspannenden Netz. Diese Einsicht gilt es zu verstehen, zu verkörpern und in die Politik zu tragen. «Politik muss die Form von Kunst annehmen, von einem Experiment. Sie muss über den Protest gegen die Macht hinausgehen und muss Dinge erschaffen.»

Im April dieses Jahres war Judith Egger Gründungsmitglied der globalen Graswurzelbewegung „United Holobiontic Protection Alliance“ (UHPA). Dabei schlüpfte sie in das Kostüm einer Küchenschabe, die anderen 3 Holobionten der Gruppe bestehen dabei hauptsächlich aus organischem Material (Heu, Gräser, Holz, Jute und Feinstrumpfhose). Jeder dieser Holobionten steht für einen Metaorganismus, der viele kleinere Organismen beherbergt. Er ist ein wichtiger Teil des „Netz des Lebens“ das uns alle trägt. Die meisten Holobionten sprechen für Menschen unhörbare Sprachen, daher hat sich die Künstlerin zu Verfügung gestellt, für sie zu sprechen und sich für Ihre Interessen und Rechte einzusetzen. Zu diesem Zweck bediet sie sich einer universellen Lautsprache. Der Inhalt des Gesagten ist dabei unscharf, aber die Emotion wird sehr deutlich. Es geht um Appell, Aufrütteln und darum, Empathie und Gemeinschaft zu wecken. Das erste Manifest der Graswurzelbewegung „United Holobiontic Protection Alliance (UHPA)“ wurde am 29.5. auf dem Kapferhof bei München als Teil der Ausstellung „on land“ verkündet und im Sommer im Botanischen Garten bei der Finissage der Ausstellung
SCHEINTDURCHDRINGEND von Oliver Westerbarkey und Rasso Rottenfußer in München wiederholt.
Bei diesem ersten Manifest handelte es sich um einen dringenden Aufruf, die Interessen und Rechte der Holobionten zu respektieren und das fragile Gleichgewicht des Lebens auf der Erde zu schützen. Dabei geht es um eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitigen Abhängigkeit und tiefer Verbundenheit.
Wir brauchen Dinge, die uns berühren, wie Kunst, Musik, Festivals, soziale Aktionen, aber auch «Karneval», wie Akomolafe mit einem Lächeln sagt. Nicht zufällig wählt er den Karneval, der alle Hierarchien auflöst, die Welt auf den Kopf stellt und ein kreatives Spiel der Identitäten zulässt.“


Ausstellungen
kuratiert von Oliver Westerbarkey
kuratiert von Tommy Schmidt und Monika Kapfer
Presse
Charlotte Borst
Charlotte Borst