Großer ungeordneter Aufmarsch der Holobionten
2026

Performance
2026
PUBLIC ART MUNICH Annuale Exkursionen
Innenstadt München
Skizze des großen ungeordneten Aufmarschs der Holobionten, Fineliner und Aquarell, 2025 und Fotos des ersten Manifests

Die „United Holobiontic Protection Alliance“ demonstriert am 25. Juli 2026 mit einem kollektiven Aufmarsch für die Gleichberechtigung aller menschlichen und nicht-menschlichen Lebewesen und feiert die städtischen Grünflächen. BEGINN ist um 11 Uhr am Vater-Rhein-Brunnen in München. Der Marsch wir ca 3 Stunden dauern, beinhaltet eine Auftaktkundgebung und zwei Zwischenstopps mit Tanzeinlagen, Manifesten und Segnung der Grünflächen. Das ganze endet mit einem holobiontischen Picknick am Maximilianplatz.

Falls Du Mitglied in der "United Holobiontic Protection Alliance" werden, am Aufmarsch teilnehmen oder einfach mehr Informationen über das Projekt bekommen möchtest, freue ich mich über eine mail an info@judithegger.com.

Flyer, Anwerbung für UHPA, Rückseite

Im April 2025 gründete sich die globalen Graswurzelbewegung „United Holobiontic Protection Alliance“ (UHPA). Dabei schlüpfte Judith Egger in das Kostüm einer Küchenschabe, die anderen 3 Holobionten* der Gruppe bestanden dabei hauptsächlich aus organischem Material. Jeder dieser Holobionten steht für einen Metaorganismus, der viele kleinere Organismen beherbergt. Er ist ein wichtiger Teil des „Netz des Lebens“ das uns alle trägt. Die meisten Holobionten sprechen für Menschen unhörbare Sprachen, daher hat die Küchenschabe sich zur Verfügung gestellt, für sie zu sprechen und sich für Ihre Interessen und Rechte einzusetzen. Beim ersten Manifest der United Holobiontic Protection Alliance, das sie in einer universellen Lautsprache an das Publikum herantrug, handelte es sich um einen dringenden Aufruf, die Interessen und Rechte der Holobionten zu respektieren und das fragile Gleichgewicht des Lebens auf der Erde zu schützen. Die UPAH plädiert für eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung geprägt ist, sondern vom Wissen über die gegenseitigen Abhängigkeit und tiefer Verbundenheit.

Um die Dringlichkeit dieses Anliegens zu unterstreichen, wird sich eine größere Ansammlung von Holobionten und deren Sympathiesant:innen im Sommer 2026 mehrere wichtige Grünflächen in der Münchner Innenstadt ansteuern und durch Interventionen beleben. Geplant sind 25 Ganzkörperkostüme und 15 Teilkostüme sowie 5 rollbare Skulpturen plus 1 Festwagen. Der Aufmarsch der Holobionten adressiert somit den großen Wert dieser Freiräume, indem er sie abschreitet, würdigt und durch künstlerische Handlungen und neue Rituale (Tanz, Musik, Gesang, Versprengen von Wasser, holobiontische Anrufungen und Picknick) aktiviert.

Damit drücken die Holobionten eine liebevolle Fürsorge aus und setzen die Intention, die grünen Flächen zu schützen und zu bewahren.

 

*Holobiont« ist ein Konzept aus der Biologie, das sich auf eine Gemeinschaft von Organismen bezieht, die in einer Symbiose miteinander leben und als ein Gesamtlebewesen oder Metaorganismus betrachtet werden. Die Eigenschaften eines Holobionten sind instabil; es gibt jedoch einen fortwährenden transformativen Dialog zwischen allen darin verbundenen Organismen. Der Mensch selbst ist ein klassisches Beispiel eines Holobionten. Auch Tiere, Pflanzen, ja sogar die Erde ist ein einziger großer Holobiont, in dem der Mensch nur eine bescheidene Rolle spielt.

Marschroute am 25.7.2026

Die Marschroute:

Start am Vater-Rhein-Brunnen um 11 Uhr, dann über den Wehrsteig und Praterinsel auf die Maximilianstraße. Segnung der Grünflächen mit Isarwasser. Vorbei am Hotel Vier Jahreszeiten und rechts abbiegen in die Marstallstraße. Auf der Wittelsbacher Wiese hinter dem Marstall kurzer Zwischenstopp mit lautloser Tanzeinlage (die Holobionten haben versprochen leise zu sein, da im Marstall geprobt wird!).

Weiter zum zweiten Zwischenstopp an der Skulptur "Harmlos" beim Hofgarten. Hier Tanz und Gesang, Segnung, Getränke.

Über die Galeriestraße und Briennerstraße dann zum Ziel auf dem Maximiliansplatz. Hier gibt es die Abschlußkundgebung und das holobiontische Picknick.

Flyer für die Anwerbung neuer Mitglieder der UHPA, Vorderseite

Wir Menschen sind keine isolierten Punkte, sondern Knoten in einem weltumspannenden Netz. Diese Einsicht gilt es zu
verstehen, zu verkörpern und in die Politik zu tragen. «Politik muss die Form von Kunst annehmen, von einem Experiment.
Sie muss über den Protest gegen die Macht hinausgehen und muss Dinge erschaffen.» (...) Wir brauchen Dinge, die uns berühren, wie Kunst, Musik, Festivals, soziale Aktionen, aber auch «Karneval», wie Akomolafe mit einem Lächeln sagt. Nicht zufällig wählt er den Karneval, der alle Hierarchien auflöst, die Welt auf den Kopf stellt und ein kreatives Spiel der Identitäten zulässt.

Zitat aus dem Text zum Interview mit der Philosophen Bayo Akomolafe: „Wenn die Zeit drängt, hilft es, zu entschleunigen“ Aus Sternstunde Philosophie vom 10.03.2024

Das Projekt wird von PUBLIC ART MUNICH gefördert, unter der Rubrik Focus Year Excursions mehr Info hier

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Ausstellungen

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25.07 bis 25.07.2026