The uncharted wild being
2018





Performance in urban spaces and the suburbs. Costume made from natural materials, foam, and Styrofoam. Filmed by Manuel Eitner and with a self-timer.
The “uncharted wild creature” is a being that is part of nature but lives on the fringes of human civilization. In some cases, the wild creature even strays into the city. It is in these moments in particular that it is cut off from its natural habitat. The wild creature represents an aspect of our existence on various levels: when we live completely cut off from nature in a physical sense, we lose touch with our origins. Those who are cut off from their own inner vitality, from powerful life energies, turn into the walking dead, becoming deeply depressed individuals. The realization that humans are part of nature, on a par with trees, stones, and birds, connected and in a sense humble, leads to a much healthier way of living. Both for ourselves and for the planet.
„Verloren wirkt dieser kleine Strohhaufen, wie er da versucht über die Straße zu kommen. Zögernd setzt er einen Fuß über die Bordsteinkante, um ihn sofort wieder zurückzuziehen. Es ist dunkel, es regnet, und der Fluß der Autos ist gnadenlos. Keine Chance ür das selstame Wesen auf zwei Beinen das da im Feierabendverkehr irrlichtert, als hätte ein sadistischer Gott es dort ausgesetzt. Man weiß nicht recht, ob man die zerzauste Kreatur niedlich oder unheimlich finden soll (...). Mal stapft das Geschöpf zwischen den Pfeilern einer Straßenbrücke, mal treibt es sich bei den Stämmen eines Holzlagers herum oder durchquert bei dichte, Schneetreiben einen Wald. Wie ein Tier, das auf der Hut ist, beobachtet von einem Jäger? Oder einem Naturfilmer? Von uns? Das Auge einer sehr stillen Kamera jedenfalls wahrt stets wohlwollende Distanz. „Es ist dieses unerforschte Wesen, dem ich versuche, nahezukommen, und das mir immer wieder entwischt“, sagt Judith Egger über ihre aktuelle Ausstellung „Lauschen und Lauern“. Seit Jahren betreibt die Münchner Künstlerin Feld- und Tiefseelenforschung, um auf etwas zu stoßen, das viele Namen hat: das Unkontrollierbare, Unkalkulierbare, Unbekannte, Unbeherrschte.
Jutta Czegun, aus dem Artikel “Das Wilde in uns”, Süddeutsche Zeitung, 7.12.2019

Haben wir uns nicht schon längst von der Natur entfremdet? Wie viel Wildes ist in uns noch vorhanden? Ist uns bewusst, welche Anteile des Instinkthaften, Unergründlichen durch die Zivilisierung in uns verloren gegangen ist? Wie finden wir zu einer lebendigen, gesamtheitlichen Wahrnehmung des Existentiellen zurück?

"It is this unexplored being that I try to
approach, and which repeatedly eludes me."

Exhibitions
curated by Dr. Daniela Rippl, Ruth Geiersberger & Prof. Dr. Dr. Gabriele Brandstetter
curated by Laura Sánchez Serrano
curated by Werner Mally
curated by Diana Popova
Press
Jutta Czeguhn
Jutta Czeguhn